CINEMA

DIE GEISTER, DIE MICH RIEFEN

100 Minuten   |   2017

KINOSTART: 09.11.2017

Inhalt

Der Deutsch-Türke Engin aus Berlin führt ein Leben voller Widersprüche: Neben seinem islamischen Glauben bestimmen vor allem Fernsehen und schnelle Autos sein Leben. Er wirkt verloren und heimatlos.
Engins deutsche Freundin Diana ahnt, dass der Schlüssel zu seiner Verlorenheit in seinem Heimatort in der Türkei liegt, den Engin seit 24 Jahren nicht mehr gesehen hat.

Er war zehn Jahre alt, als man ihn in ein Flugzeug steckte – mit einem Schild um den Hals, auf das man seinen Namen und eine Berliner Adresse geschrieben hatte. Seitdem hatte er sein geliebte Dorf Yidirim nicht wiedergesehen. Engin wuchs dort bei seinen Großeltern auf, seine richtigen Eltern hatten ihn in die Türkei geschickt als er ein paar Wochen alt war.

Als Engins Mutter, die später in die Türkei zurückgegangen ist, Engin schliesslich um Hilfe bei einem Erbschaftsstreit bittet, beschließt Diana Engin auf dieser Reise zu begleiten. In Yildirim angekommen, merkt Engin schnell, dass sein Dorf nicht so ist, wie er es in Erinnerung hatte. Mit seiner extrem konservativen Familie dort verbindet ihn wenig, zu unterschiedlich sind Werte und Einstellungen.
Im Kontakt mit seinen gleichaltrigen Cousins, die in der türkischen Miliz Gräueltaten gegen Kurden begangen haben, wird ihm klar, welchen grausamen Erfahrungen er durch sein Leben in Deutschland entgangen ist.
Was wäre aus ihm geworden, wenn er mit ihnen in Edirne aufgewachsen wäre?

Dieser Film wird trotz Engins privater Geschichte zu einem Zeugnis schwerer Verbrechen gegen die PKK und die kurdische Bevölkerung.
Ein dunkler Film über den Kampf mit den eigenen Dämonen, der aber gerade durch Engin’s Direktheit und seine Art, die Welt zu sehen, auch humorvoll aufs Leben und die eigenen Unzulänglichkeiten schaut.

Festivals | Awards

Max Ophüls Filmpreis, Hamburger Dokumentarfilmwoche, Neisse Film Festival, Bremer Dokumentarfilmpreis, 25p*cine-Stipendium etc.

       

 


MEINE FREIHEIT, DEINE FREIHEIT           

84 Minuten  |   2011

Inhalt

Drei Jahre lang hat Diana Näcke ihre beiden Protagonistinnen Kübra und Salema in der JVA Lichtenberg und nach ihrer Entlassung mit der Kamera begleitet.

Da ist Kübra – eine Deutsche, kurdischer Abstammung –  die schon immer davon geträumt hat, Gangster zu werden. Es ist schwer sich vorzustellen, welche Straftaten das hübsche 22-jährige Mädchen seit ihrem 14. Lebensjahr begangen hat. Und da ist Salema: Eine 41-jährige Äthiopierin, die seit ihrer Kindheit nichts anderes kennt als Gewalt, Drogen und das Leben auf der Straße.

Ohne zu Verurteilen und ohne Voyeurismus hört Diana Näcke ihren Geschichten zu und begleitet die beiden Frauen auf ihrem Weg aus dem Gefängnis.

Sie folgt aber auch deren Gefängnisleiter, dem das System Knast zu schaffen macht… Durch seine Ambivalenz, die ungewöhnliche Intelligenz der beiden Frauen, ihren faszinierenden Humor und wilden Blick auf’s Leben, aber auch durch die Widersprüchlichkeit der Protagonisten nimmt uns dieser Film mit auf eine berührende und verstörende Reise.

Festivals | Awards

Berlinale (Vorauswahl LOLA, Deutscher Filmpreis), Hot Docs, Filmfestival Montreal, Internationales Dokumentarfilmfestival Brüssel (Audience Award), Internationales Film Festival Mexico (Bronze Palm Award), Internationales Film Festival Vancouver (Bester Dokumentarfilm), Dok.fest München (Nominierung Bester Doklumentarfilm), Internationales Film Festival Addis Abeba, Internationales Dokumentarfilmfestival Istanbul, Internationales Filmfestival Gaziantep, Dokumentarfilmfestival Glasgow, Neisse Film Festival, Treatmentpreis Bayrischer Rundfunk etc.